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Bei der Arbeit kann die Gesundheit und das Wohlergehen sowohl der Mitarbeiter/-innen als auch der Kunden gefährdet werden. So können beispielsweise durch unbedachtes Verhalten Unfälle geschehen, durch mangelnde Hygiene → Mikroorganismen in Textilien verbleiben oder es kann durch unzulänglichen Schutz vor Gefahrenstoffen die Gesundheit bedroht sein. Um die Gefahren zu minimieren, wurden Arbeitsschutzgesetze, -verordnungen und -vorschriften erlassen.
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat eine "Gefährdungsbeurteilung mit System" online gestellt. Es wird dort in sieben Schritten beschrieben, wie Gefährdungen ermittelt, beurteilt und Arbeitsschutzmaßnahmen festgelegt werden können ( Die sieben Schritte der Gefährdungsbeurteilung). Die Maßnahmen, durch die Risiken minimiert werden können, sind mannigfaltig: Durch Baumaßnahmen wie rutschhemmende Bodenbeläge wird die Rutschgefahr verringert. Betriebsanweisungen geben Klarheit über den Umgang mit Gefahren- und biologischen Arbeitsstoffen und Sicherheitseinrichtungen an Maschinen sollen Unfälle verhindern helfen und vieles andere mehr.
Jeder Einzelne kann durch sein umsichtiges Verhalten dazu beitragen, dass Unfälle vermieden werden.
1.
Arbeiten Sie auch unter Zeitdruck ruhig und konzentriert.
2. Es sollten keine Stühle, Eimer, Taschen oder Ähnliches im Weg liegen
oder stehen.
3. Treppen und Verkehrswege müssen frei gehalten werden.
4. Verlegen Sie Stromkabel so, dass sie nicht zu Stolperfallen werden.
5. Tragen Sie bei der Arbeit festes Schuhwerk mit einer rutschhemmenden
Sohle.
6. Setzen Sie zum Bügeln keine Sprühstärke ein, durch sie kann der Boden
sehr glatt werden, es besteht Rutschgefahr.
7. Flüssigkeitsspritzer auf dem Boden sofort entfernen, damit niemand
auf ihnen ausrutschen kann.
8. Benutzen Sie Leitern oder Tritte um hochgelegene Gegenstände zu
erreichen.
9. Lassen Sie Schubladen und Schranktüren nicht offen stehen.
10. Die Arbeitskleidung sollte nah am Körper anliegen und möglichst
keine Bänder oder aufgesetzte Taschen haben, an denen man hängen bleiben
kann.
1. Lesen Sie die Bedienungsanweisung bzw. das Handbuch zum Gerät und
informieren Sie sich über die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen.
2. Trocknen Sie Ihre Hände ab, bevor Sie mit einem elektrischen Gerät
arbeiten.
3. Vor der Reinigung von Elektrogeräten muss immer der Netzstecker
gezogen werden.
4. Reparaturen an elektrischen Geräten nur vom Fachmann durchführen
lassen, auch wenn es sich um ein defektes elektrisches Kabel handelt.
5. Sorgen Sie für eine gute Ausleuchtung Ihres Arbeitsplatzes.
1. Lassen Sie Ihre Hände beim Mangeln keinesfalls an die Mulde kommen,
auch wenn eine Falte eingebügelt wird.
2. Textilien sind sehr heiß, wenn sie aus der Mangel kommen; lassen Sie
sie vor dem Falten zuerst etwas abkühlen.
3. Stellen Sie beim Bügeln das Bügeleisen nicht direkt neben den
Textilien ab. Am besten liegt es auf der dafür vorgesehenen Ablage.
4. Lassen Sie bei einer Dampfbügelstation vor dem Nachfüllen den
restlichen Dampf ab. Das Bügeleisen darf dabei keinesfalls auf andere
Personen gerichtet werden.
5. Nehmen Sie zum Öffnen des Verschlusses am Dampferzeuger ein trockenes
Tuch oder einen Topflappen.
In den → Sicherheitsdatenblättern standen bisher die
Risiko-Sätze - oder auch R-Sätze genannt - sowie die
Sicherheitsratschläge - S-Sätze - zu jedem Wasch- und Pflegemittel. Mit
Einführung der neuen GHS-Verordnung werden Gefahrenhinweise in H-Sätzen
(Hazard statements) und Sicherheitshinweise in P-Sätzen
(Precautionary statements) dargestellt [1]. In der
Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 ist eine Liste der
Gefahren- und Sicherheitshinweise auch in verschiedenen Sprachen.
Die → Betriebsanweisung enthält alle wichtigen
Informationen übersichtlich auf einem Blatt zusammengefasst und muss am
Einsatzort den Mitarbeitern ausliegen oder ausgehängt sein. Die
Betriebsanweisungen werden mit den Mitarbeitern durchgesprochen und es
wird auf Gefahren aufmerksam gemacht.
Zu den biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffen) gehören unter anderem → Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen) und Endoparasiten. In der Wäscherei können Mitarbeitende z. B. auf der unreinen Seite Biostoffen ausgesetzt sein. Nach § 4 Biostoffverordnung (BioStoffV) ist der Arbeitgeber verpflichtet, die „Gefährdung der Beschäftigten durch die Tätigkeiten mit Biostoffen vor Aufnahme der Tätigkeit zu beurteilen“. Auf Grundlage dieser Gefährdungsbeurteilung ist eine schriftliche Betriebsanweisung ( § 14 Biostoffverordnung) auszuarbeiten, deren Form und Sprache für die Beschäftigten verständlich ist. Bei wesentlichen Änderungen der Arbeitsbedingungen muss sie aktualisiert werden. Die Betriebsanweisung gibt Auskunft zu folgenden Themen:
Über die mit der Tätigkeit verbundenen Gefahren: die Art der Tätigkeit und die am Arbeitsplatz vorkommenden oder verwendeten Biostoffe (Risikogruppe, Übertragungswege und gesundheitlichen Wirkungen).
Informationen über Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln: Hygienevorgaben, Unfallverhütung und die Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung.
Zu dem Verhalten im Gefahrenfall und bei Verletzungen, Erste Hilfe.
Zur sachgerechten Inaktivierung oder Entsorgung der Biostoffe.
Ebenso wie bei den Betriebsanweisungen für den Umgang mit
Gefahrenstoffen ist es sinnvoll, die Abschnitte mit Symbolen, Gebots-,
Verbots- und Warnzeichen zu ergänzen. Durch die Piktogramme wird die
schnelle Erfassung der Informationen erleichtert.
Die „Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe“
(TRBA 250) beschreiben den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen
im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege. Der Spitzenverband der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV) stellt
Informationen zu Betriebsanweisungen
nach der Biostoffverordnung mit vielen Beispielen zur Verfügung.
Nach § 12 Arbeitsschutzgesetz hat der Arbeitgeber „die Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit während ihrer Arbeitszeit ausreichend und angemessen zu unterweisen.“ Die Unterweisung muss zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses durchgeführt und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden, z. B. wenn sich das Aufgabengebiet ändert oder neue Arbeitsmittel oder eine neue Technologie eingeführt werden. Die Durchführung wird schriftlich dokumentiert und durch die Unterschrift des Mitarbeiters bestätigt. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat einen Leitfaden zur „Unterweisen im Betrieb“ herausgebracht. Den „Leitfaden für die betriebliche Unterweisung“ der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse gibt es zusätzlich in englischer Sprache.
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) (2023): Handbuch Gefährdungsbeurteilung. Zugriff am 03.06.2024
Geschäftsstelle der Nationalen
Arbeitsschutzkonferenz (Hrsg.): Leitlinie Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation. Stand: 23. Mai 2017
Marlene Keller (2016): Arbeitsschutz. Darauf müssen Unternehmen achten.
Zugriff am 03.06.2024
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)
gesetzliche Unfallversicherung: Regeln für den Arbeits-Schutz in leichter Sprache. Zugriff am 03.06.2024
Grenzwerteliste 2022 (IFA Report 1/2022): In ihr werden die wichtigsten Grenzwerte zu chemischen, biologischen und physikalischen Einwirkungen zusammengestellt. Zugriff am 03.06.2024
[1] Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
(VBG)
gesetzliche Unfallversicherung: R- und S-Sätze/H- und P-Sätze: Gefahrenhinweise und
Sicherheitsmaßnahmen. Zugriff 30.8.2018
Gefährdungsbeurteilung
mit System der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und
Wohlfahrtspflege (BGW)
Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA
250), Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der
Wohlfahrtspflege. Herausgegeben von der Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), letzte Änderung: Mai 2018
Betriebsanweisungen nach der Biostoffverordnung,
BGI/GUV-I 853, Spitzenverband der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung e.V. (DGUV), Stand Juni 2010
Niedersächsisches Kultusministerium (2018): Verhalten in der Schulküche. Zugriff am 30.8.2018
Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei
Tätigkeiten mit Biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung -
BioStoffV), Ausfertigungsdatum: 15.07.2013
Kirstin Bubke, Claudia Hemmersbach, Silke Keden: Hauswirtschaft in
Lernsituationen, Lernfeld 1 - 4, 7, 2006