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Waschmaschinen in Trennwandausführung (Durchlademaschinen, englisch Barrier Washers) haben zwei Öffnungen. Auf der unreinen Seite werden die Säcke mit Schmutzwäsche gesammelt, die Waschmaschine mit den ungeöffneten Wäschesäcken beladen und das Waschprogramm gestartet. Auf der reinen Seite wird das Waschprogramm beendet und die Waschmaschine entladen. Durch die Trennung werden Verunreinigungen der sauberen Wäsche vermieden. Laut der DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.6 (bisher BGR 500), „Betreiben von Wäschereien“ muss dem Personal auf der unreinen Seite geeignete Schutzkleidung zur Verfügung gestellt werden. Die Schutzkleidung verhindert, dass die Arbeitskleidung mit Keimen oder anderen Stoffen verunreinigt wird. Das Personal ist beim Verlassen der unreinen Seite verpflichtet, sich die Hände zu desinfizieren und die Schutzkleidung abzulegen. Der Übergang von der unreinen zur reinen Seite soll durch eine Personenschleuse erfolgen.
Abbildung 1: Schema einer Waschmaschine in Trennwandausführung
Abbildung 2: Lage der Trommel in einer Durchlademaschine
Die Waschtrommel bei diesen Waschmaschinen ist um 90 ° gedreht und wird wie bei einem Toplader verschlossen (Abbildung 2 und 3). Das Füllgewicht variiert je nach Hersteller zwischen 14 und 230 kg [1, 2, 3, 4, 5, 6]. Die Waschtrommel kann in zwei (Pullmann-Teilung) oder drei Kammern (Y-Teilung) unterteilt werden [6]. Durch die Unterteilung können in einer Trommel verschiedene Wäscheposten gewaschen werden und das Gewicht der Wäsche verteilt sich besser beim Schleudern. Da beim Schleudern enorme Kräfte auf die Waschmaschine wirken, wird versucht, das Gehäuse so zu konstruieren, dass ein Teil der Schwingungen durch starke Federn und Stoßdämpfer aufgefangen wird. Nichtsdestotrotz müssen solche Maschinen fest am Boden verankert werden.
Abbildung 3: Front- und Rückansicht einer Waschmaschine in Trennwandausführung
Waschmaschinen dieses Typs werden in erster Linie in Krankenhäusern und Einrichtungen, die sich der Pflege von Menschen widmen, eingesetzt. Damit sich in diesen Häusern Krankheiten nicht verbreiten, muss infektiöse Wäsche desinfiziert und infektionsverdächtige Wäsche desinfizierend gewaschen werden (→ Desinfektionswaschmittel) [7]. Eine Liste der Verfahren finden Sie in der Hohenstein Wäscherei-Information. Viele der Durchlademaschinen besitzen neben den üblichen Programmen wie beispielsweise Koch- und Buntwäsche → Desinfektionsprogramme. Um die Hygiene während des Waschprozesses zu gewährleisten, sind einige Waschmaschinen mit einem Flottenentnahmehahn ausgestattet. Hierdurch lässt sich Wasser entnehmen und anschließend analysieren [3, 8].
Die hier abgebildete Waschmaschine hat ein Display, in dem das Waschprogramm und viele weitere Optionen angezeigt werden. Das Waschprogramm wird durch einen Programmwahlschalter eingestellt. Die voreingestellten Programme können individuell angepasst werden. Zusätzlich gibt es Tasten für Vorwäsche, Stärkestopp und Schleuderstopp. Durch Betätigen der Startvorwahl kann eine Startzeit eingestellt werden. Mit einem Notaus-Schalter kann bei Gefahr die Maschine sofort abgeschaltet werden. Andere Maschine besitzen Schnellzugriffstasten mit denen häufig verwendete Programme schnell erreicht werden [8].
Programme können z. B. über das Tastenfeld angepasst werden. Eine weitere Variante ist Programme von einer frei programmierbaren Speicherkarte runterzuladen. Die Karte wird zum Auslesen in die Maschine gesteckt und das Programm automatisch ausgelesen. Die Waschmaschine muss dann nur noch gestartet werden. Teilweise lassen sich sogar Parameter wie Temperatur, Haltezeit, Wasserstand, Drehzahl, Spülzeit, Schleuderzeit und Schleuderdrehzahl während des laufenden Waschporzesses anpassen [1].
Auch bei größeren Maschinen kann wie bei einer Haushaltswaschmaschine
das Waschmittel in Einspülschalen gegeben werden. In den meisten Fällen
wird aber eine Dosieranlage für Flüssigwaschmittel installiert. Die
Dosierung erfolgt über Dosierpumpen (Abbildung 4). Vor der
Inbetriebnahme der Dosierpumpen muss das Flüssigwaschmittel erst
angesaugt werden. So wird gewährleistet, dass keine Luft statt
Waschmittel angesaugt wird. Beim Einstellen der Dosiermenge muss die
Raumtemperatur und damit die Viskosität der Waschmittel berücksichtigt
werden. Je höher die Raumtemperatur ist, desto flüssiger werden die
Waschmittel (→ Dosiersysteme für Waschmaschinen).
Ressourcen lassen sich sparen, wenn die Maschinen, abhängig vom Wäschegewicht Wasser und Waschmittel dosieren können [1, 8].
Abbildung 4: Beispiel für Dosierpumpen
Neben der Geräuschpegel in Dezibel (dB[A]) werden bei Waschmaschinen auch Angaben zur Wärmeabgabe in den Raum und in einigen Fällen auch zur Recyclingquote in Prozent gemacht [10].
[1] Stahl Wäschereimaschinen: Die Durchlade-Waschmaschine DIVIMAT. Zugriff am 02.07.2021
[2] Electrolux Professional GmbH (Hrsg.): Barriere-Waschmaschinen der Line 6000 Evolution. Zugriff am 02.07.2021
[3] Electrolux Professional GmbH (Hrsg.): WPB4900H. Zugriff am 02.07.2021
[4] Miele & Cie. KG: Produktauswahl Gewerbliche Waschmaschinen. Zugriff am 02.07.2021
[5] Girbau, SA.: Durchlade-Waschmaschinen - Medicale - BW Series. Zugriff am 02.07.2021
[6] Alliance Laundry Systems CE: Large barrier Washer-Extractors. Zugriff am 02.07.2021
[7] Hohenstein Laboratories GmbH & Co. KG (Hrsg.) (2016): Gefährliche Erreger in der Wäscherei. Hohenstein Wäscherei-Information Nr. 206. Zugriff am 02.07.2021
[8] Electrolux Professional GmbH (Hrsg.): Shaping the effortless laundry - Line 6000 Evolution Barrier Washers. Zugriff am 02.07.2021
[9] Herbert Kannegiesser GmbH: Favorit Vario HighClean. Zugriff am 02.07.2021
[10] Miele & Cie. KG: PW 6243 [EL WEK MF WI]. Zugriff am 02.07.2021
[11] Girbau, SA.: Trennwandwaschschleudermaschinen - BW Series. Zugriff am 02.07.2021
DGUV Regel 100-500 - Betreiben von Arbeitsmitteln. Kapitel 2.6 – Betreiben von Wäschereien. Zugriff am 02.07.2021
Gebrauchsanweisung PW 6163, PW 6243, PW 6323, Miele Professional
Besuch der Texcare in Frankfurt am Main 2012
Besuch der Texcare in Frankfurt am Main 2016